Viele Kunden aus Industrie und anderen Branchen – inzwischen auch öffentliche Auftraggeber (wie die Dt. Bahn) – fordern von ihren Lieferanten ein Nachhaltigkeits-Assessment zu bestehen. Viele Unternehmen und Auftraggeber schicken dafür Fragebögen an die (potenziellen) Lieferanten. Fast noch mehr große Auftraggeber haben diese Überprüfung des Nachhaltigkeitsprofils ihrer Lieferanten an spezialisierte Agenturen outgesourced. Einer der Marktführer in diesem Bereich ist ecovadis. Daneben gibt es solche Lieferanten-Bewertungen auch von creditrefom oder Initiativen wie drive sustainability/SAQ 5.0 (Schwerpunkt Automobilindustrie) oder TFS Initiative (Schwerpunkt Chemieindustrie), creditreform, ZNU und andere mehr.


Zunehmend viele Auftraggeber koppeln die Teilnahme an Ausschreibungen oder die Auftragsvergabe an die Teilnahme an solchen Nachhaltigkeits-Assessments. Schon seit vielen Jahren erwarten gerade große Auftraggeber aus der Industrie auch das Erreichen von bestimmten Mindestpunktzahlen oder die Einhaltung bestimmter inhaltlicher Mindestanforderungen. Mitunter kann ein solches Rating auch einen (wenn auch kleinen) Einfluss auf die Lieferantenauswahl haben. Um beispielsweise einen besonderen Status wie „strategischer Lieferant“ zu bekommen oder zu erhalten werden Nachhaltigkeitsprofile bewertet und in die Entscheidung mit einbezogen. Auch öffentliche Auftraggeber beginnen damit. Die Deutsche Bahn hat jetzt für 2025 erstmalig quantitative Nachhaltigkeitsziele für ihre Lieferanten bekanntgegeben. In jedem Fall bedeutet die Teilnahme an solchen Assessments einigen Aufwand und sollte sorgfältig vorbereitet und umgesetzt werden, damit man sie erfolgreich besteht.

Zumeist startet der Prozess damit, dass der Auftraggeber oder aber die Agentur Sie auffordert, an einem solchen Nachhaltigkeits-Assessment teilzunehmen. Das kann schon bei der Ausschreibung der Fall sein oder wird gekoppelt an die Auftragsvergabe. Bei bestehenden fortlaufenden Geschäftsbeziehungen kann die Aufforderung zum Assessment auch ohne besonderen Anlass kommen. Damit verbunden ist eine Frist zur Abgabe. Sollte diese Frist sehr kurz sein (wenige Wochen), sollten Sie direkt zu Beginn um Fristverlängerung bitten, um sich ordentlich vorzubereiten. Viele Assessments basieren auf strukturierten Online-Fragebögen, in der Regel gibt es dazu keine Vor-Ort-Audits. Viele diese Fragebögen umfassen 100 oder mehr Fragen aus unterschiedlichen Themengebieten. Fast immer muss man nicht nur Antworten geben, sondern diese auch durch themenbezogene eigene Dokumente belegen.


Nach Abgabe bekommt man meist in vier bis sechs Wochen das Ergebnis mitgeteilt. Bei ecovadis ist dieses Ergebnis dann ein Jahr gültig. Dann wird man aufgefordert, das Assessment zu erneuern. Bei anderen Assessments kann man nach Mitteilung des Ergebnisses fortlaufend noch Verbesserungen einbauen bzw. mitteilen.